Fachkonferenz der Energieagentur RLP offenbart Groteske

Gegenwind bei der Fachkonferenz Klimawandel im Hunsrück

Neben Landrat Dr. Marlon Bröhr begrüßte Staatssekretär Dr. Thomas Griese (Die Grünen) vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten die Teilnehmer der Fachkonferenz "Klimawandel im Hunsrück - was uns droht, was wir tun können" am Dienstag, den 06.09.2016 in der Hunsrückhalle in Simmern. In seiner Einleitung zu den nachfolgenden Beiträgen von Prof. Dr. Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. und des Leiters des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am Umwelt-Campus Birkenfeld Prof. Dr. Peter Heck führte er aus, dass die Aufzeichnung von Wetterdaten beginnend von 1970 bis 2000 darauf schließen ließen, dass die gemittelte Jahrestemperatur im Hunsrück bis 2050 um 1,7-3°C steigen könnte. Vor diesem Hintergrund seien "flächendeckende" Smart-Villages in Rheinland-Pfalz geboten.


Foto: Torkler

Während seines 30 minütigen ansonsten gut illustrierten Beitrags zu den Folgen des Klimawandels ließ sich Prof. Dr. Stock zu einer gewagten Aussage hinreißen, dass für den gesamten Mittelmeerraum ausbleibende Niederschläge Fluchtgrund für Menschen aus Syrien und Jordanien sein könnten.

Ziemlich respektlos trat Prof. Dr. Peter Heck seinen Zuhörern gegenüber. Es gäbe Leute, die wollten weder die Energiewende noch Flüchtlinge. Argumentativ willkommen waren ihm diese jedoch gleich im anschließenden Satz, mit dem er ein Katastrophen-Szenario entwarf. Demnach würden bedingt durch den Klimawandel noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Für den gesamten europäischen Raum nannte er die Zahl 300 Millionen! Also doch: Flüchtlinge - eine Bedrohung?

Ihm würde man immer Milchmädchenrechnungen vorwerfen, meinte Heck, aber noch nie hätte einer seiner Gegner eine korrekte Berechnung vorgelegt. Den Rotmilan und Fledermäuse würden nun auch alle kennen, übrigens habe er die schon früher gekannt. Wie Heck selbst mit Zahlen umgeht, mit denen er konfrontiert wird, zeigte er wieder einmal, indem er sie als falsch abschmetterte, ohne sie zu korrigieren. Das ist typisch, das ist Heck.


Foto: Torkler

„Wir wissen wie viel Windradkapazität
wir brauchen. Wir brauchen mehr, das ist richtig. Das wird vielen Leuten hier nicht passen! Es wird aber so kommen!“
Zahlen nannte Heck dagegen keine!

Das Thema Windenergie sollte auf dieser Tagung eine untergeordnete Rolle spielen, doch offenbar geht es nicht ohne. Im Energiekonzept für den Rhein-Hunsrück-Kreis hat sein IfaS-Institut das Ziel definiert, bis zum Jahr 2014 mit erneuerbaren Energien das 2,3-fache (230%) dessen an Strom zu erzeugen, was die Region selbst verbraucht (so benannt im Energiesteckbrief des Rhein-Hunsrück-Kreises und dem Integrierten Klimaschutzkonzept, IfaS Birkenfeld im September 2011, Ziele und Projektrahmen unter 1.1., Seite 1).

Wir haben ja dem Land 150 Dörfer (Smart Villages) versprochen - mit 90.000 Euro Förderung. Wir haben jetzt 90 echte Bekundungen, aber 2 Landkreise wollten partout nicht mitmachen. (…) Wir sind bei der nächsten Stufe des Coachings beratend tätig. D.h. wir versuchen den Gemeinden zu zeigen, wie sie dann quasi in ihre Potenziale investieren können – und dann smart werden können (…) smart, aus verschiedenen Gründen (…) ‚smart‘ heißt vor allen Dingen, dass sie Geld, das sie jetzt ausgeben, in der Gemeinde lassen. (…) Jede Gemeinde kann quasi mehrere tausend Euro Wertschöpfung generieren – also mehr Geld in der Gemeinde lassen. (…) Wenn Sie das einfach mal hochrechnen, ich mach das mal für Rheinland-Pfalz (also die 150 Dörfer), da kommt eine richtig schöne Energiewende zustande. (…) Warum diese Dörfer wichtig sind, das ist Ihnen hier ja allen klar, denn neben der Energiekiste geht es auch um den Zusammenhalt und um die Wiederinstandsetzung des ländlichen Raums. Ansonsten hören Sie immer nur die Städte die Städte die Städte. Ich bin selbst in einer Jury von Bioenergiedörfern und da heißt es immer nur die Städte! Ja wovon leben denn die Städte? Von Luft und Wasser und von den Nahrungsmitteln vom Land. Hier sind alle Vorteile abgebildet" (…), so Prof. Dr. Peter Heck.

Erreicht ist im Jahr 2016 erst das 1,7-fache (170%). Dabei stehen im Rhein-Hunsrück-Kreis bereits 250 Windenergieanlagen, wie man den Vorträgen entnehmen kann. Man wird also die Zahl der Stromerzeugungsanlagen um 40% erhöhen müssen. Der entscheidende Nachteil dieses Konzeptes ist, dass der Landkreis ohne fremde Hilfe nicht CO2-neutral werden kann, denn die Stromüberschüsse müssen von anderen gekauft werden. Er kann eben nicht aus eigener Kraft zur NULL-EMISSIONS-REGION werden. Wollte man dieses Konzept auch in den anderen Landkreisen anwenden, dann steht es sich selbst im Weg, weil wir uns nicht alle gegenseitig unsere Stromüberschüsse abkaufen und daran auch noch Geld verdienen können. CO2-neutral wird man bilanziell, indem man die sauber erzeugten Stromüberschüsse gegen die in der Region verbrauchten Kraftstoffe und Brennstoffe aufrechnet. Leider werden dadurch weder die Autoabgase noch die Kamine der Häuser abgasfrei.

Der Blick ist auf die kleinen Dörfer gerichtet und auf die Fördergelder. Dass diese Konzepte nicht auf die Ballungsgebiete übertragbar sind, gibt Heck selbst zu. Dort leben 75% der Bevölkerung. Doch es geht ums Weltklima, zu dessen CO2-Emissionen die deutsche Volkswirtschaft mit 2,5% beiträgt, etwa so viel wie der weltweite Flugverkehr, der sich in den kommenden 20 Jahren voraussichtlich verdoppeln wird.

Dr. Heck und der Klimaschutzmanager Frank-Michael Uhle nannten allerdings auch Beispiele, wie man im Hunsrück weiteres Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz nutzen könne. Beide warben für den Einsatz von Hocheffizienz-Umwälzpumpen bei Heizungsanlagen sowie für den Austausch älterer Kühlschränke. (...)
Ein Fußballverein könne durch die Umrüstung seiner Flutlichtanlage auf LED-Technik innerhalb von 5 Jahren mit  einem "cash-return" (dem Erreichen der Kosten-Nutzen-Schwelle) rechnen und auf diesem Wege gut 700 Euro bei seinen Stromkosten pro Jahr sparen. Leider wird das in der Praxis kaum zum tragen kommen, denn bei vielen Fußballvereinen ist das Einsparpotenzial überhaupt nicht vorhanden. Grund dafür ist z.B., dass in den Amateurligen die Spiele von den DFB-Staffelleitern auch in der Winterzeit nur mittags angesetzt werden. Auch eine schlaue Regelung bei den wöchentlichen Trainingszeiten reduziert den Bedarf mindestens genau so effektiv. Ob sich eine Umrüstung auf LED-Technik für einen Sportverein tatsächlich rechnet, sollte dieser auch bei einer kreditfinanzierten Förderung daher gut durchkalkulieren.

Auf die Frage des Moderators Dipl.-Soz. Andreas Sigloch von der Energieagentur Rheinland-Pfalz nach der Bedeutung der E-Mobilität im ländlichen Raum führte der Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Birkenfeld Dr. Viktor Klein aus, dass sich die Anstrengungen u.a. auf den Bau von weiteren Radwegen konzentrierten und dass man mit dem elektrobetriebenen Bürgerbus derzeit 2 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber einem Benziner einspare. Er räumte aber ein, dass dieser nicht mit "100% Ökostrom" unterwegs sei.  

(...)

In seinem Schlusswort vertrat der Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz Dipl.-Biol. Thomas Penzel die Ansicht, dass der ländliche Raum Verantwortung für die Ballungszentren trage.

Daraus ergibt sich unsere direkte Gegenfrage: „Tragen umgekehrt die Ballungszentren auch Verantwortung für den ländlichen Raum?“ Die Studie „Vielfalt statt Gleichwertigkeit“ vom „Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ ist bei den Grünen sicher weitgehend bekannt. Ob sie aber auch im nicht-grünen Teil des Landtages bzw. in den Regionen bekannt ist, darf man bezweifeln, denn darin wird die rhetorische Frage gestellt, ob es nicht besser wäre den ländlichen Raum aufzugeben anstatt Geld bis in die letzten Winkel der Republik zu pumpen. Auch im ländlichen Raum leben Steuerzahler, mit deren Geld sich in den Ballungsgebieten etwas gestalten lässt, während der ländliche Raum permanent benachteiligt wird. Was würden wohl die 60% der bayerischen Landbevölkerung, die auf 85% der Landesfläche lebt, von derartigen Vorschlägen oder gar einer "Wiederinstandsetzung ihrer ländlichen Räume" halten? (...)
Bei der letzten Landtagswahl in RLP haben die Grünen schwer Federn gelassen (-10%). Die Ergebnisse in den Städten haben dafür gesorgt, dass sie gerade noch einmal in den Landtag einziehen konnten. Die Ergebnisse im ländlichen Raum hätten einen Einzug in den Landtag nicht möglich gemacht.
Da die Energiewende mit dem Ausbau der Windkraft ungeachtet der Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse gerade so weitergeht wie zuvor, muss man erkennen, dass wir das den Menschen in den Ballungsgebieten zu verdanken haben, die davon so gut wie nicht betroffen sind.

Sowohl die Energieagentur als auch das IfaS-Institut fischen in unserem Teich!

Wir finden es bedenklich, dass man dabei heimlich unterm Tisch agiert!
Wir vermissen Aussagen über den zu erwartenden Gesamtaufwand der Energiewende, die vielleicht einmal das Prädikat „Konzept“ verdient hätten!
Wir kennen die Zahlen!

• Wie groß ist der Flächenbedarf für Biogasanlagen, bzw deren Maisanbauflächen?
• Wie groß ist der Flächenbedarf für die Fotovoltaik?
• Wieviele Windenergieanlagen werden benötigt?

  • Was bringen Nahwärmesysteme tatsächlich für einen Vorteil, außer einem philosophischen?

Wenn man autarke Einheiten zu einem Nahwärmenetz zusammenfasst, ist das das Gegenteil von Dezentralisierung. Bei Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning ist die CO2 -Emission pro erzeugter Kilowattstunde nachzulesen.

Spezifische Kohlendioxidemissionen verschiedener Brennstoffe

Demnach erzeugt Holz mehr CO2 als Kohle und Erdgas ist bei Weitem nicht so sauber wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Was nützt es, wenn eine Hecke, die über 20 Jahre wachsen musste in wenigen Minuten verbrannt wird? Das dabei erzeugte CO2 verbleibt genau so lange in der Atmosphäre wie das aus fossilen Brennstoffen. Somit könnten wir bald auch zu den Ländern gehören, die ihren Wald verheizt haben.

Braucht die Region Windräder, um das Geld in Form von Nahwärmesystemen in der Erde zu verbuddeln? (...)

Die Energiewende breitet sich heimlich aus zu Lasten der Menschen, die sie finanzieren und dabei vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Ganz unverfroren wird behauptet, dass sie sich eines Tages an ihren verbauten Lebensraum gewöhnt haben werden. Wenn man davon ausgeht, dass sie sich eine schönere Traumwelt virtuell in den neuen Medien ansehen können, zeugt das von einer wachsenden Resignation und einer wachsenden Bereitschaft zum Selbstbetrug.

Mit den brandaktuellen VR-Brillen bekommt die Spaßgesellschaft jetzt was auf die Augen! Akkugeladene 360°-Rundumsicht - aber NULL Durchblick!

 

Pressespiegel

Leserreaktionen

(...)

Autor: red | Sonntag 18. September 2016 - 12:13 Uhr | |
| Kein Kommentar

Die Industrialisierung des Muschelberges und des Staffelbaches wird fortgesetzt

Im Auftrag von EnBW aus Baden-Württemberg

In der Nahe-Zeitung stand unlängst ein Artikel mit der altbackenen Überschrift:

"aus 4 mach 6"

Beim 6. Windrad hat es endlich geklappt, dass auch eins auf Dienstweilerer Gemeindeland kommt. Die anderen 5 stehen auf Privatgrundstücken.

Ist das nicht eine schwache kommunalpolitische Planungsleistung?


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Fachkonferenz:
Klimawandel im Hunsrück

wann: Dienstag, 06.09.2016 / 17:00 - 21:00 Uhr
wo: Hunsrückhalle in 55469 Simmern
Programm / Um Anmeldung bis 30.08. wird gebeten

(...)

Im Auftrag von EnBW aus Baden-Württemberg

Planung: GAIA (Lambsheim / Pfalz)
Betreiber: EnBW

Mit Zustimmung des Gemeinderates von Dienstweiler werden auf dem Muschelberg 2 weitere Windräder errichtet. Der Ortsbürgermeister hat in einem Zeitungsbericht darüber informiert, dass sich diese Windräder gut in die Landschaft einfügen, obwohl sie mit 179m und 199m Gesamthöhe 30 bzw. 50m höher sind als die 4 vorhandenen, die von einem dänischen Investor betrieben werden.

Der baden-württembergische Minischderpräsident Kretschmann äußert Unverständnis darüber, dass es im Land Menschen gibt, für die eine unverstellte Landschaft ein wichtiges Anliegen ist. Menschen, denen was an ihrer Landschaft liegt, gibt es auch in Rheinland-Pfalz.


(...) "

Wer eine unverstellte Landschaft als höchsten Wert hat, dem kann ich nicht helfen. (...) Wir können sie (- die Windräder -) ja nicht in den Keller stellen.

" (...), so polterte der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann, GRÜNE (Quelle: Die Welt vom 23.08.2016)


 In Baden-Württemberg sind etwas mehr als 450 Windräder am Netz, bei doppelter Landesfläche im Vergleich zu Rheinland-Pfalz, wo bereits über 1600 Windräder die Landschaft verschandeln.

EnBW betreibt Atomkraftwerke:
Philipsburg II ca. 1400 MW  (Megawatt)
Neckarwestheim II ca. 1400 MW

Ein junger Ingenieur von EnBW hat mir seine Karte gegeben und sagte, er finde es gut, dass Biblis vom Netz ist. Biblis wird von RWE betrieben. Vielleicht meint er so, neue Freunde zu gewinnen. Ich glaube nicht, dass wir Freunde werden. (...)

Den Artikel bei BILD.de lesen


Windkraft-Widerstand wird politisch

Anhänger vernünftiger Energiepolitik trafen sich in Mecklenburg

Am 27. und 28. August 2016 trafen Vertreter von Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland im mecklenburgischen Grabow zusammen. Angesichts eines im ganzen Land als Belastung von Natur, Landschaft und Lebensqualität erlebten, dabei technisch und ökonomisch fragwürdigen Windkraftausbaus berieten Mitglieder der Bundesinitiative Vernunftkraft über Wege zu einer vernünftigeren Energiepolitik.

Berlin, 29. August 2016

Mit der „Energiewende“ wird beabsichtigt, die Energieversorgung Deutschlands auf „erneuerbare“ Quellen auszurichten. Windkraft und Photovoltaik werden erheblich gefördert und ausgebaut. Wer die Ergebnisse dieser Politik an den energie-wirtschaftlichen Zielen Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit misst, erkennt allerdings in allen drei Kategorien Verschlechterungen:

Die Stromkosten für Bürger und Unternehmen steigen stetig. Um die Blackout-Gefahr zu bannen, sind die Übertragungsnetzbetreiber immer häufiger zu Notmaßnahmen gezwungen. Bisher naturnahe Regionen bis hin zu Naturparks werden zu Industriezonen gemacht, Wälder in großem Stil gerodet, hunderttausende Fledermäuse getötet und Greifvögel sogar auf Populationsebene in Existenznot gebracht – derweil die CO2-Emissionen kaum oder gar nicht sinken und ausländischer Atomstrom importiert werden muss.

Diese Zielverfehlungen sind weder überraschend noch vorübergehend, denn ihnen liegen zwingende physikalische Gesetzmäßigkeiten und technische Zusammenhänge zugrunde. Unter Beibehaltung der gegenwärtigen Politik, insbesondere des Förderregimes für Windkraft und Photovoltaik, werden sich die Fehlentwicklungen weiter verstärken.

Hervorgerufen durch den vor Ort erlebten Raubbau an Natur, Landschaft und Lebens-qualität, hat sich mittlerweile eine wachsende bürgerschaftliche Opposition gegen eine als unvernünftig empfundene Politik gebildet:

Als Mitglieder und Unterstützer der bundesweit aufgestellten VERNUNFTKRAFT. setzen sich zwischen Bodensee und Ostsee aktuell 610 Bürgerinitiativen für einen Stopp des subventionierten Windkraftausbaus und für eine vernünftigere Politik ein. Die ehrenamtlich tätigen Bürger berufen sich dabei auf hochrangige wissenschaftliche Gremien und einschlägige Experteneinschätzungen berufen, wie sie im „Johannisberger Appell“ verdichtet sind.

In Mecklenburg-Vorpommern stehen die negativen Aspekte der Windkraft dank des Engagements des Aktionsbündnisses Freier Horizont im politischen Rampenlicht. Die Bundesinitiative Vernunftkraft legte ihre diesjährige Mitgliederversammlung daher ganz bewusst nach Grabow. Am letzten Augustwochenende 2016 reisten Delegierte von Landesbündnissen windkraftkritischer Bürgerinitiativen aus allen Flächenbundes-ländern zu diesem Anlass in das „bunte Städtchen an der Elde“ und berieten über Wege zu einer vernünftigeren Energiepolitik. Auch Landesminister Pegel war zu einem Impulsvortrag eingeladen, konnte die Einladung zum freundlich-konstruktiven Diskurs jedoch aus terminlichen Gründen leider nicht annehmen. Dabei wird die energie-politische Konzeption des Landes Mecklenburg-Vorpommern von VERNUNFTKRAFT. schon lange hinterfragt. Der Technologiesprecher der Initiative, Dr.-Ing. Detlef Ahlborn, erläutert:

„Erwiesenermaßen bewirkt der Zubau an Windkraft- und Solarkapazitäten einen Anstieg der Leistungsschwankungen und Leistungsspitzen. Die von der Windkraftlobby verbreitete These von der Glättung durch Ausbau in der Fläche ist durch eindeutige Fakten und durch klare Mathematik widerlegt. Als Folge der volatilen Stromerzeugung wurden im Jahr 2015 nicht weniger als 4.700 GWh Überschussstrom gegen eine Entsorgungsgebühr von 45 Mio. € im Ausland verklappt. Im letzten Jahr wurde mehr als 200 Mio € für abgeregelten Strom bezahlt, Strom, der hätte produziert werden können (!) Die Netzbetreiber haben nicht weniger als 1 Mrd. € aufgewendet, um das Stromnetz vor dem Blackout zu bewahren und unsere elektrischen Nachbarn bauen für 200 Mio € an den Grenzen auf unsere Kosten Stromsperren ein, um die eigenen Stromnetze zu schützen. Dieses Stromerzeugungssystem subventionieren wir jährlich mit 24 Mrd. € - für Strom, der dann 1,5 Mrd. € an den Strombörsen wert ist. Jede neue Anlage verschärft die Situation und produziert Energiemüll.“

Vor diesem Hintergrund einen weiteren Ausbau zu forcieren und dazu die Ressourcen Landschaft und Lebensqualität zu opfern, wie es im Grundsatz alle mecklenburgischen Landtagsparteien in MV befürworten, erscheint den VERNUNFTKRAFT.-Protagonisten unangebracht – in Mecklenburg wie andernorts.

Für die „Politik aus Notwehr“ (so ein Slogan der Partei Freier Horizont), die sich in der Teilnahme der mecklenburgischen Partner an der Landtagswahl manifestiert, entwickelten die Vertreter der Bündnisse aus den anderen Ländern daher tieferes Verständnis. In mehreren thematisch gegliederten Sitzungsrunden wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Bundesländern und strategische Ansatzpunkte für ein gemeinsames, nachdrückliches Eintreten für eine vernünftigere – Mensch, Natur und Landschaft schonende – Energiepolitik beraten. Der Vorsitzende der Bundesinitiative, Dr. Nikolai Ziegler, resümiert:

„Der Ansatz, den unsere mecklenburgischen Partner aus Notwehr wählten, ist sehr interessant. Die Konstellationen in den anderen Bundesländern sind anders – die Notwendigkeit zum politischen Engagement im Sinne der Gefahrenabwehr ist jedoch überall gegeben. Die aufgeklärte Bürgerschaft ist überall gefordert – unser Verein wird sie im Wahljahr 2017 noch stärker unterstützen.“

Die Gesprächsatmosphäre entsprach dem eitlen Sonnenschein, bei dem Grabow seine Gäste empfing. Im Sinne Erich Kästners

„An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern“

bestand Einigkeit, weiterhin die Unschuld bewahren zu wollen.

Autor: as | Montag 29. August 2016 - 09:57 Uhr | |
| Kein Kommentar

Für die Zerstörung des Landschaftsbildes wurden Windkraftfirmen bis zu 90% Rabatt eingeräumt

Eine vertrauliche Ministeriumsvorlage belegt hohe Vergünstigungen in Rheinland-Pfalz

Erinnern Sie sich noch an die Zeit vor der Landtagswahl im März? Neben der im Verborgenen geführten Verkaufsverhandlungen für den Hunsrückflughafen seit August 2015 legte der Landesrechnungshof im Januar 2016 dar, dass Landkreise bei Ausgleichszahlungen für Eingriffe in die Natur großzügige Rabatte gewährt hatten. Es war eigentlich vorherzusehen, dass eine weitere Thematisierung erst nach der Landtagswahl erfolgen würde. Angesichts einer ohnehin angespannten Kassenlage für Naturschutzprojekte allerorts sind das sicherlich keine "Peanuts" (!). In unserer wahlkampfbegleitenden Infobroschüre - Zur Lage der Windkraft im Landkreis Birkenfeld Anfang März gingen wir u.a. auf die Berechnungsmethoden anhand des Alzeyer-Modells am Beispiel Dienstweiler ein! (...)

Wir stellen fest, dass unsere Naturlandschaften von Planungsbehörden "schlechtgeschrieben" und naturschutzfachlich gar nicht oder völlig unzureichend untersucht werden (Stichworte: Vorbelastung, Zugkorridore für Wildtiere etc.).


Werbung:

Infoveranstaltung zur Windkraft an der Nahe

"Wir zeigen den Bürgern, dass uns durch Windkraft mehr verloren geht
und zerstört wird als bestenfalls gewonnen würde!"

2. September 2016 / ab 19:00 Uhr

Gemeindehalle in Meddersheim

Nahe der Natur - Pressemitteilung

Parkplätze ausreichend vorhanden - Eintritt frei für alle


(...)

Dass man beim SWR um ausgewogen-investigativen Journalismus bemüht ist, nehmen wir Bürger Gegenwind im Westrich gerne zur Kenntnis. In diesem Sinne wurden die (auch von uns) ordnungsgemäß und vollständig erhobenen "Rundfunkausgleichszahlungen" sachdienlich gut  eingesetzt! Danke!

(...)


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REPORT Mainz - Bundesländer verzichten auf Millioneneinnahmen (Videostream aus der SWR Mediathek) aus der Sendung vom 23.08.2016


Mit weiteren Nachweisen:

Autor: tv | Donnerstag 25. August 2016 - 12:54 Uhr | |
| Kein Kommentar